Interview mit Oliver Saier

Hallo Oli! Das Saisonende ist nah und damit auch deine letzten Partien als Trainer unserer SG-Reserve. Sicherlich auch ein guter Zeitpunkt für Dich, um auf die vergangenen Jahre zurück zu blicken. Wie kamst du vor 8 1/2 Jahren dazu, als Trainer bei der SG einzusteigen?

Hallo SG-Aktuell Redaktion! Das ist ziemlich schnell erklärt. Nach meiner dritten Knie OP mit 28 war die Wahl leider nicht die meine, dass es mit dem aktiven Fußball nicht mehr klappt. Zum Glück ergab sich damals die Chance, als Trainer in der SG II einzusteigen. So hatte ich weiterhin den Bezug zu den Jungs und zum Fußball. Ohne diese Möglichkeit wäre es sicherlich nicht so einfach gewesen, hier auf das Fußball spielen zu verzichten. Ich habe die Chance bekommen und durfte nun wie erwähnt 8 1/2 Jahre lange ( 3 1/2 Jahre als Trainer der Zweiten, zwei Jahre in der A Jugend der SG, ein Jahr als Trainer der B2 und dann nochmals zwei Jahre in der Zweiten ) als Trainer arbeiten. Dafür bin ich sehr dankbar.

Nun also die Entscheidung eine Pause einzulegen. Was hat dich zu diesem Schritt bewegt?

 

Ich habe einfach in dieser Saison gemerkt, dass es für mich an der Zeit ist, mal eine Pause einzulegen. Daher habe ich Stefan und Volker bereits im Februar informiert, dass ich in der kommenden Saison nicht zur Verfügung stehen werde. Die Gründe sind vielfältig und würden sicherlich den Rahmen sprengen.

Ich bin natürlich mit der SG und mit unserer Reserve sehr verbunden und dieser Schritt war keinesfalls einfach. Es freut mich daher sehr, dass mit Tim und Niklas zwei junge und motivierte Trainer die Zweite in der neuen Saison trainieren werden und ich dadurch weiß, dass die Zweite in guten Händen ist. Bis dahin wollen wir aber natürlich noch einige Punkte einfahren und die Saison erfolgreich zu Ende spielen.

Du hast sicherlich in diesen 8 1/2 Jahren sehr viel erlebt. Was waren für Dich die Höhepunkte in dieser Zeit? Gab es auch weniger schöne Zeiten?

Oh ja da war wirklich jede Menge los. Sicherlich bleibt einem das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg mit der A Jugend 2014 in Erinnerung. Die beiden Spiele gegen die SG Hecklingen/Malterdingen werde ich nie vergessen. Aber auch das Team das Volker Schlenk und ich damals hatten war einfach genial und es freut mich, dass so viele Spieler nun in den Aktiven dabei sind. Ich erinnere mich aber auch an sehr viele Dinge in unserer Zweiten, die genial waren. Zu Beginn hatten wir ja eine reine Reservemannschaft und dementsprechend war auch das Trainingsangebot bei meinem Einstieg. Ich habe von Beginn an versucht, das Team leistungsorientiert zu trainieren. In der Saison 2010/2011 konnten wir die komplette Rückrunde ungeschlagen bleiben und haben in 13 Spielen 33 Punkte geholt. Am letzten Spieltag haben wir den damaligen Meister Waltershofen II in Grund und Boden gespielt. Das war ne geniale Truppe mit Stefan Malsch, Manuel Schneider, Marco Dägele, Torsten Saier, Felix Baar, Philipp Jauch, Lars Bürkle, Daniel Kern, Michael Schillinger, Marcel Lorenz, Alex Groß, Sascha Goldbach, Volker Wintermantel, Andi Müller, Sebi Schütz, Lars Lehmann usw.

In den letzten beiden Jahren war es dann schon toll zu sehen, dass wir mit unserer Reserve in der Kreisliga B1 unter normalen Umständen mithalten können. Ich bin sogar der Meinung, dass wir uns hier unter Wert geschlagen haben. 

Neben dem Platz gibt es so viele Highlights. Die Trainerausbildung mit Felix Baar in Steinbach war grandios und hat großen Spaß gemacht ( „Felix, mach mal Lahm!“ „Bitte“ „Setz dich wieder hin“ ). Die Ausflüge mit der SG ( Imst / Düsseldorf / Schluchsee Sommer und Winter ) und die Feiern waren immer genial. Nicht zu vergessen der „Jahresurlaub“ auf dem Sportfest in Wasser mit Andi Hoch. Da hatten wir immer eine Menge Spaß. Und natürlich die „Abbau-Nachtwache“ von Sontag auf Montag. In meinem ersten Jahr waren Matthias Bürkin, mein Bruder Torsten, Hans Kaltenbach, Gerd Brunnberg, Willi Schindler und ich der Abbau Trupp. Ich glaube ich habe noch nie soviel gelacht in meinem Leben.

Allgemein finde ich, dass wir einfach eine tolle Gemein- und Kameradschaft in der SG haben. Es engagieren sich so viele Personen in- und außerhalb des Platzes. Das macht es so einmalig. Ich wollte nicht in einem Verein sein, wo die Aktiven Spieler mit Geld bezahlt werden und beim ersten negativen Lauf dann den Verein verlassen. 

Weniger schöne Zeiten gibt es immer. Als Trainer war es für mich immer ein Schlag, wenn sich Spieler schwerer verletzt haben. In meinem zweiten A Jugendjahr war der Unfall von Sebastian Kunzweiler sicherlich einer der negativen Höhepunkte. Wie das ganze Team Ihn damals unterstützt hat und zu sehen, dass er mittlerweile als Jugendtrainer und Stützte in der Dritten wieder mit an Bord ist, ist wirklich schön. Ansonsten gehören negative Dinge leider einfach dazu, wenn man sich in einem Verein engagiert und Verantwortung übernimmt. Haften geblieben ist jedoch nichts. Ich gehe im Guten und das ist heutzutage sehr viel wert. 

Du hast bereits mit Anfang 20 auch in der Vorstandschaft des SVW mitgewirkt und warst bei den ersten Verhandlungen zwischen dem SVW und dem SVK mit am Tisch. Wie kam es dazu?

Der SV Wasser brauchte damals einfach Helfer und ich habe schnell gemerkt, dass es mir großen Spaß macht, Dinge im Verein nicht nur zu begleiten, sondern wirklich zu entscheiden und voran zu bringen. Die Arbeit im Team mit den vielen Vorstandskollegen war hierbei natürlich auch ein wichtiger Punkt. Da gibt es so viele Personen, die Ihre Freizeit ehrenamtlich für den Verein opfern. Dieses Opfer kann man gar nicht hoch genug einschätzen.

Zu dem damaligen Zusammenschluss der Aktiven des SVW und des SVK kann ich nur sagen, dass es das Beste ist, was beiden Vereinen jemals passieren konnte. Jeder der etwas anderes behauptet, hat keinerlei Einblick in die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und trauert Zeiten nach, die nie mehr kommen werden.

Was wünscht du dir für die SG in den kommenden Jahren?

Ganz klar die Verschmelzung der beiden Stammvereine. Wir haben so viele gute und engagierte Vorstandsmitglieder, dass wir es nun einfach schaffen müssen, diese Kräfte in einem Verein zu bündeln, um uns für die Zukunft gut aufzustellen. Ich bin mir sicher, dass in den kommenden Jahren immer weniger Menschen wirklich bereit sein werden, Verantwortung zu übernehmen. Daher müssen wir nun schauen, dass wir die Personen die wir haben nicht verheizt werden und das Ganze in einem Verein zu managen. Ich bin seit 31 Jahren Mitglied beim SV Wasser und das mit Herz und Blut. Jedoch sollte man bei dieser Entscheidung die Emotionen raus lassen und rational entscheiden. Dann kann es nur eine Entscheidung geben. Die Verschmelzung zu EINEM starken Verein.

Dazu würde ich mir wünsche, dass unsere Dritte Mannschaft erhalten bleibt. Wir haben dank der wahnsinnigen und ehrenamtlichen Arbeit von Torsten und Dietmar hier die Möglichkeit, unsere vielen Spieler an den Verein zu binden. Dies sollte auch in der Zukunft bestehen bleibt.

Wie geht es nun bei Dir weiter? Planst du bald wieder eine Mannschaft zu trainieren?

Nun ist es erstmal an der Zeit, etwas Abstand zu gewinnen und einige persönliche Dinge anzugehen, die in den letzten Jahren zu kurz gekommen sind. Auch wenn mein Sohn an den Spieltagen die Zeit mit seinen Großeltern genießt, ist es für mich nie einfach, Ihn da „zurück“ zu lassen. Daher werde ich auch mindestens ein Jahr lang pausieren. Dann sehen wir mal weiter. Sicherlich möchte ich wieder ein Team trainieren. Welche Altersklasse und Liga ist dabei für mich nicht entscheidend. Solange die Jungs motiviert und engagiert sind, denke ich mit jeder Mannschaft etwas erreichen zu können.

Ansonsten freue ich mich auf die kommende Saison mit der SG und die erstmalige Möglichkeit, als reiner Fans die Teams zu unterstützen. 

Was möchtest du zum Schluss noch „los werden“?

Ich würde gerne sehr vielen Personen Danke sagen. Dabei ist die Gefahr sehr groß, dass man jemanden vergisst. Daher etwas offener. Danke an alle Spieler, die ich trainieren durfte und die meine Launen ausgehalten haben. Danke an euch Alle, die sich für die SG engagieren und meinen Weg mit gegangen sind. Danke an meine Familie, ohne die ich sicherlich in den letzten Jahren kein Trainer hätte sein können. Danke an die Familien Groß, Hodel, Lehmann, Mühlroth/Schneider und an Tina Gutjahr, die unserer SG-Reserve als Fans immer toll unterstützt haben. An alle Betreuer und Co-Trainer ( Andi Hoch, Andi Müller, Volker Schlenk, Denis Heß, Sebastian Kunzweiler ) einen riesen Dankeschön. Die Arbeit mit Euch war wirklich genial. 

Und vielen Dank an alle unsere treuen und tollen Fans. Ich freue mich sehr darauf, ab sofort ein Teil von Euch zu sein.

Auf bald Oli