Sonntagmorgen … Während in Wohnzimmern noch gefrühstückt wurde, waren die Akteure der SG Wasser/Kollmarsreute schon in Gedanken beim Auswärtsspiel in Gundelfingen. Um 8 Uhr traf man sich zum gemeinsamen Frühstück im Kollmarsreuter Sportheim. Die gemeinsame Vorbereitung schien den Spielern gut zu tun, denn pünktlich zum Anpfiff um 10:45 Uhr standen 11 fokussierte und motivierte Spieler auf dem Platz, die ein kleines Feuerwerk abbrannten. Wer die SG der letzten Wochen gesehen hat, wurde am vergangen Sonntag vom aller feinsten überrascht. Ab der ersten Minute übernahm die SG die Kontrolle über die Partie, man konnte in den ersten 10 Minuten gleich mehrere Abschlüsse und schön herausgespielte Angriffen verzeichnen. Gundelfingen schien ziemlich überfordert mit dem hohen Tempo und kam kaum in die Zweikämpfe. Die SG stellte die Defensive der Hausherren mit Schnittstellenpässen immer wieder vor große Probleme. Der für den verletzten Gordijenko stürmende Roser, machte seine Sache vor allem in der ersten Halbzeit sehr, sehr gut.
In der 11. Minute war es dann Roser, der nach einem feinen Pass von Bohnenberger den Keeper umkurvte und zum 1:0 ein einschob. Die gesamte Mannschaft jubelte ausgelassen wie selten zuvor, man merkte es ging ein Ruck durch die zuletzt ziemlich angeschlagene Mannschaft. Danach hatte man das Gefühl die SG erhöhte sogar nochmal den Druck. Immer wieder ließ man den Ball um den Strafraum und durchs Mittelfeld zirkulieren und suchte Lücken in der Hintermannschaft der Gundelfinger und fand diese auch… So wie in der 20. Minute, als Gretz sich stark bis zur Grundlinie durchsetzte und dann zurück zu Roser legte, der den frühen Doppelpack schnürte und somit die SG zum 2. Mal jubeln ließ. Mit einer verdienten Führung im Rücken und noch mehr Sicherheit, hörte man nicht auf nach vorne zu Spielen. Bei den Entlastungsangriffen stand die Defensive um Braun und Adami sehr gut. Blattmann im Tor hatte auch einen ruhigen Vormittag.
Das 3:0 war das Highlight des Tages. Beyai und Seiboth kombinierten im Mittelfeld ehe letzterer mit dem Ball Richtung Strafraum ging, aus 25 Metern fasste er sich ein Herz und jagte den Ball unhaltbar in die linke obere Ecke. Traumtor und gleichzeitig Pausenstand. Man hätte sicherlich das ein oder andere Tor mehr machen können, aber ganz wichtig für das Team war die 0 hinten. Man merkte das Selbstvertrauen der Spieler durch diese konzentrierte Teamleistung. So ließ man sich auch in der zweiten Halbzeit, als Gundelfingen nochmal mit etwas mehr Druck aus der Pause kam, nicht aus der Ruhe bringen. Eine stärkere Phase der Heimmannschaft mit vier hintereinander folgenden Eckbällen konnte man gut verteidigen und schaffte es dann auch wieder selber für Entlastung zu Sorgen. Man kam über die schnellen und aktiven Hepp und Gretz immer wieder vor das Heimtor und zu Abschlüssen. Gretz scheiterte zwei Mal am Keeper und ein Schuss von Roser verfehlte das Ziel nur knapp. Nach einem Foul an Hepp in der 66. Minute, durfte auch Bohnenberger mal wieder beweisen das ruhende Bälle eine Waffe der SG sind, einen Freistoß aus 25 Metern zirkelte er rechts um die Mauer direkt in den Knick. Das war die Entscheidung.
Anschließend wechselten beide Trainer noch durch und die SG ließ die Gundelfinger wieder ein bisschen kommen. Doch die defensive stand weiterhin gut, man ließ kaum zwingende Chance zu. Der eingewechselte Böttiger hatte nach Doppelpass mit Gutjahr das 5:0 auf dem Fuß und auch der ebenfalls eingewechselte Winnewisser scheiterte bei einem Versuch. In der 80. Minute machte es Böttiger dann besser, Hepp ging mit Tempo aufs Tor und legte dann uneigennützig für Böttiger quer der nur noch einschieben musste. Dieses Tor steht sinnbildlich für den Fußball der SG am heutigen Tag, jeder kämpfte und rackerte für den anderen, kein Weg war zu Weit für den Mitspieler und niemand wollte sich profilieren. Die Mannschaft hat ein Gesicht gezeigt das im Abstiegskampf immens wichtig ist. Zusammenhalt und Teamgeist, was oft vermisst wurde in den letzten Wochen und Monaten, war heute fast in Perfektion zu sehen. Das ist der Weg der eingeschlagen werden muss, um weitere Big Points im Abstiegskampf zu holen. Nächste Woche geht es gegen einen weiteren direkten Konkurrenten aus Prechtal. Nun muss man diese couragierte und angergierte Leistung auch zu Hause vor den eigenen Fans zeigen!
Die Reserve kam zu einem 2:2 Unentschieden beim Favoriten in Rheinhausen. Tore erzielten hier, Timo Heinzelmann und Jano Rothacker. Die Dritte Mannschaft unterlag der Reserve von Rheinhausen mit 6:2.
Aufstellung: Blattmann — Franz (60. min Gutjahr), Adami, Braun, Kaltenbach (55. min Reising) — Beyai, Bohnenberger (83.min Winnewisser), Seiboth, Hepp, Gretz — Roser (85.min Böttiger)
Bank: Bürkin, Keita
Torfolge:
1:0 11.Spielminute Ruben Roser (Rechtsschuss, Vorarbeit Bohnenberger)
2:0 20.Spielminute Ruben Roser (Linksschuss, Vorarbeit Gretz)
3:0 30.Spielminute Marvin Seiboth (Rechtsschuss, Vorarbeit Beyai)
4:0 60.Spielminute Jens Bohnenberger (Rechtsschuss, Vorarbeit Hepp)
5:0 80.Spielminute Marcel Böttiger (Rechtsschuss, Vorarbeit Hepp)
Vorschau: Sonntag, 22.04.2018, 15:00 Uhr SG W/K gg. SG Prechtal/Oberprechtal; 13:00 Uhr SG W/K II gg. SG Broggingen/Tut.; 10:45 Uhr SG W/K III gg. Broggingen/Tut. II
Lucas Gutjahr
